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Hilfe bei Heuschnupfen und Neurodermitis
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Homöopathische Mittel lindern bei chronischen Erkrankungen die Symptome und steigern die Abwehrkräfte.

Homöopathie kann vor allem dann punkten, wenn es um hartnäckige, wiederkehrende Erkrankungen geht, bei denen herkömmliche Methoden Symptome bessern, aber nicht immer heilen können. Klassische Fälle: Heuschnupfen und Neurodermitis. Die Kügelchen vermögen hier »die Neigung zu Allergien insgesamt abzubauen«, erklärt Dr. Markus Wiesenauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren und Homöopathie in Weinstadt bei Stuttgart. »Der Körper lernt so, nicht mehr überzureagieren. Das Immunsystem wird gestärkt«, so der Mediziner und Buchautor (»Homöopathie für die ganze Familie«). Dabei gilt: Orientieren Sie sich an den Leitsymptomen.

Folgende Wirkstoffe empfiehlt Experte Dr. Wiesenauer.


Heuschnupfen

Gezielt vorbeugen:

Sie leiden unter Heuschnupfen, wissen, gegen welche Pollen Sie allergisch sind und wann die Beschwerden beginnen. Beugen Sie rechtzeitig vor!

Das hilft: Galphimia glauca ( Galphimia, mittelamerikanische Pf lanze) ist das richtige Mittel. Es wirkt auch bei Heuschnupfen, wenn diese Symptome gleichgewichtig auftauchen: ausgeprägter Schnupfen, Bindehautentzündung mit Sekretfluss, gehäufte Niesanfälle, eventuell asthmatische Beschwerden. In elf Studien mit über 1000 Patienten hat Dr. Wiesenauer die Wirkung nachgewiesen.

Dosierung: Vorbeugend nehmen Sie sechs Wochen vor Eintritt erster Beschwerden einmal täglich fünf Kügelchen in der Potenz D12. Im akuten Stadium zu D6 wechseln.


Häufiges Niesen

Ständig kribbelt es in der Nase. Pollen von Bäumen, Gräsern und Getreide lösen Niesattacken aus.

Das hilft: Sinapis nigra (schwarzer Senf) nehmen Sie bei einem heißen, brennenden Gefühl in Nase und Rachenraum. Die Nasenschleimhaut schwillt an – abwechselnd geht das linke oder rechte Nasenloch zu. Oft treten asthmatische Beschwerden auf.

Arundo mauritanica (Pfahlrohr) bekämpft extremen Juckreiz in Nase und Rachen. »Das Jucken kann bis in den Gehörgang reichen«, so Dr. Wiesenauer. Der Geruchssinn ist stark beeinträchtigt.

Dosierung: Jedes dieser Mittel sollte in der Potenz D 6 angewendet werden.


Laufende Nase

Die Nase läuft unaufhörlich. Für Sie ist das permanente Schnäuzen eine große Belastung.

Das hilft: Allium cepa (Küchenzwiebel) wirkt bei Entzündungen von Nase, Nasennebenhöhlen und Bronchien.

Sabadilla (Läusekörner) empfiehlt sich, wenn die Nase nur an manchen Tagen läuft. Sie haben häufig Kopfschmerzen, Ihr Kreislauf ist labil. Besonders gut für Menschen, die unter weiteren Allergien leiden, z.B. gegen Hausstaubmilben.

Dosierung: Beide in Potenz D6 nehmen.


Tränende Augen

Die Augen jucken, brennen und tränen. Bindehautentzündungen entstehen.

Das hilft: Euphrasia officinalis (Augentrost) wirkt, wenn die Augen so empfindlich sind, dass Sie oft blinzeln müssen, weil Ihnen das Sonnenlicht zu hell ist. Die Augenlider sind geschwollen.

Kalium jodatum (Kaliumjodid) hilft, wenn die Augen ständig tränen und Sie öfter unter Bindehautentzündung leiden, häufig mit Juckreiz. Die Lymphknoten können anschwellen.

Dosierung: Euphrasia officinalis gibt man in der Potenz D 4. Kalium jodatum in der Potenz D 6.


Neurodermitis

Trockene und entzündete Haut


Ihr Kind hat Neurodermitis. Seine Haut ist sehr trocken, weil sie nicht in der Lage ist, in ausreichendem Umfang notwendige Fette herzustellen. Sie wird schuppig, rauh und rissig.

Das hilft: Graphites (Graphit) ist zu empfehlen, wenn die Haut schon so trocken ist, dass sie an vielen Stellen einreißt, zum Beispiel an den Ohrläppchen. Dr. Wiesenauer: »Zusätzlich haben die Patienten große Schuppen am ganzen Körper, vergleichbar mit dem Milchschorf, der sich bei Babys nach der Geburt am Kopf bildet.« Die Haut riecht unangenehm. Hinter den Ohren kann es nässen.

Apis (Biene) wirkt beruhigend auf entzündete und trockene Haut. Typisch: Die Haut ist nur leicht schuppig, dafür etwas angeschwollen. Auch die Augen brennen und jucken, die Lider sind geschwollen.

Dosierung: Graphites und Apis in der Potenz D 6 einnehmen.


Starker Juckreiz

Die Haut juckt so stark, dass sich das Kind ständig kratzt. Manchmal reißt die Haut auf und fängt an zu bluten.

Das hilft: Viola tricolor (Stiefmütterchen) sollten Sie Ihrem Kind geben, wenn die Haut extrem entzündet ist. Krusten und Schuppen entstehen.

Cardiospermum (Ballonrebe) eignet sich, wenn die Haut zum Nässen neigt. Dr. Wiesenauer: »Das Mittel gibt es auch zur äußeren Anwendung. Es wirkt sehr gut bei Neurodermitis. Man sollte die Creme zwei- bis dreimal täglich auf die betroffene Haut auftragen.«

Dosierung: Viola tricolor in der Potenz D3, Cardiospermum in D6 geben.


Dieses Kraut hat’s in sich:

Homöopathie kann das Leiden von Heuschnupfen-Patienten beträchtlich lindern. Das zeigte eine Anwendungsbeobachtung mit 100 Teilnehmern. Sie erhielten ein Mittel mit Auszügen aus der Adhatoda-Pflanze (Indisches Lungenkraut). Nach drei Tagen spürten die Patienten erste Erleichterung. Nach etwa sieben Tagen fühlten sich knapp 80 Prozent der Beteiligten deutlich besser. So nahmen z. B. der Juckreiz, das Tränen der Augen und Nasenlaufen drastisch ab. Die Hälfte der Probanden war sogar ganz beschwerdefrei.


Die richtige Dosis

  • Grundsätzlich orientieren Sie sich in der Wahl Ihres Mittels am stärksten Symptom. Wenn Sie zum Beispiel am meisten unter häufigem Niesen leiden, nehmen Sie das entsprechende Medikament ein, auch wenn zusätzlich Ihre Augen tränen. Sind die Symptome gleichwertig, empfiehlt Dr. Wiesenauer, zwei Mittel im Wechsel zu nehmen. Für das akute Stadium heißt das: eine Stunde das eine, die nächste Stunde das andere Mittel einnehmen, einen halben Tag lang. Anschließend: beide Mittel dreimal täglich – das eine jeweils vor dem Essen, das andere immer nach der Mahlzeit (morgens, mittags, abends).
  • Ansonsten gilt: Die Potenzen D3, D4 und D6 sollten Sie einen halben Tag lang stündlich einnehmen. Anschließend dreimal täglich. Erwachsene lösen pro Gabe fünf, Kinder drei Globuli im Mund auf.
  • Die Potenz D12 sollten Sie bei starken Beschwerden anfangs dreimal im Abstand von einer Viertelstunde nehmen, dann zweimal täglich. Es gilt: Erwachsene bekommen fünf Kügelchen, Kinder drei.



Wann zum Arzt?

Mit dem richtigen Mittel sollten sich die Symptome bei Heuschnupfen nach fünf bis acht Tagen bessern, bei Neurodermitis nach zwei bis drei Wochen. Andernfalls gehen Sie am besten zum Arzt. Das gilt auch, wenn:
  • die Ursache für den allergischen Schnupfen nicht geklärt ist oder die Beschwerden sehr stark sind
  • Atembeschwerden auftreten,
  • das Kind sehr klein ist,
  • Begleiterkrankungen auftreten,
  • bei Neurodermitis das Gesicht und/oder der ganze Körper befallen ist oder der Hautausschlag stark nässt. Es besteht die Gefahr, dass es zu einer Entzündung kommt.



Quelle:
Baby und Familie/ 01.04.2005
GesundheitPro.de / 12.06.2006