Neue Forschung bestätigt 100 Jahre alte Theorie
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Tumorzellen kreuzen sich mit weißen Blutzellen und können so erst in andere Körperteile wandern und sich dort weiter teilen. So lautet seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Theorie - die jetzt von Forschern der Yale School of Medicine bestätigt wurde. |
»Krebszellen zeigen eine bemerkenswerte Zahl von Eigenschaften, die normalerweise bei weißen Blutzellen auftauchen, die wir Makrophagen nennen. Dazu gehört die Fähigkeit, sich zu Lymphknoten und entfernten Organen zu bewegen und für neue Blutgefäße zu sorgen, die die Zellhaufen versorgen. Unsere Daten geben Hinweise, dass sie das tun, indem sie sich mit Makrophagen kreuzen,« sagt der Leiter der in der Fachzeitschrift »Lancet Oncology« veröffentlichten Studie John Pawelek.
Die Idee der Bastarde aus weißen Blutzellen und Krebszellen ist nicht neu: Zu Beginn des 20. Jahrhundert entwickelte der deutsche Pathologe Otto Aichel die Theorie. »Jetzt gibt es Ergebnisse, die alle Aspekte dieser Theorie unterstützen," sagt Pawelek. "Makrophagen gehören zu den sehr mobilen Zellen. Die gekreuzten Zellen unterscheiden sich durch die Bewegungsfähigkeit deutlich von den originären Krebszellen. Sie können vom Ursprungsort des Tumors weg, sich an anderer Stelle wieder ansiedeln und sich weiterhin teilen.«
Pawelek erforscht das Verhalten der Krebszellen bereits seit 1993 mit Aichels Theorie im Hinterkopf. "Das Verhalten der Zellen ist erstaunlich," berichtet er. "In Kulturschalen sind die gekreuzten Zellen unglaublich beweglich im Vergleich zu ungekreuzten Zellen. Sie verteilen sich rasch, wenn sie in Mäuse injiziert werden."
»Aichel flehte zukünfitge Forscher geradezu an, Krebszellen 'aus allen Winkeln' auf Kreuzungen zu untersuchen,« betont Pawelek. »Es ist bemerkenswert, dass wir ein Jahrhundert später genau das tun.«
Otto Aichel war von 1911 an am Anatomischen Institut der Universität Halle tätig und forschte dort vor allem über Krebs (»Über Zellverschmelzung mit qualitativ abnormer Chromosomenverteilung als Ursache der Geschwulstbildung«). Ab 1921 war er Ordinarius und forschte anthropologisch.
Ab 1933 hatte Aichel auch einen Lehrauftrag für »Anthropologie, menschliche Erblehre und Rassenhygiene«. Er gehörte auch dem so genannten »Erbgesundheitsobergericht« an und war mitverantwortlich für die Sterilisation von angeblich »Minderwertigen«. Er starb 1935.
Lancet Oncology/Catalogus Professorum Halensis/GesundheitPro.de; 13.12.2005
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