Bessere Versorgung, höhere Überlebensrate und sinkende Kosten - so lauten die positiven Meldungen vom Kardiologenkongress in Nürnberg. Dr. Ernst Bruckenberger stellte den "Herzbericht 2005" vor und erläuterte: "Während bei den Herz-Kreislauf-Krankheiten die Zahl der stationären Patienten, die Zahl der Gestorbenen und die Krankheitskosten gesunken sind, haben die diagnostischen Leistungen weiter zugenommen".
Diese Entwicklung bei Diagnostik und Therapie geht Hand in Hand mit einem deutlichen Rückgang von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen. Bei den stationären Krankenhausfällen war von 2002 bis 2004 ein Rückgang von 5,9 Prozent zu verzeichnen, bei der Zahl der Verstorbenen um 7,3 Prozent.
Wichtiger Fortschritt: Lebensqualität und Lebensdauer steigt
"Die Fortschritte der modernen Kardiologie tragen dazu bei, dass sowohl die Lebensqualität als auch die Lebensdauer deutlich gesteigert werden konnten", sagt Prof. Rainer Dietz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. "So stieg die Lebenserwartung in Deutschland zwischen den Jahren 1980 und 2000 um 5,75 Jahre, davon 2,62 Jahre - also fast die Hälfte - in Folge der Fortschritte in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Krankheiten."
Der Herzbericht analysiert jährlich die Morbidität und Mortalität sowie die Angebote und Leistungen der Herzmedizin in Zusammenhang mit ischämischen Herzkrankheiten (z. B. Herzinfarkt, Angina Pectoris), Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz und angeborenen Herzfehlern.
Notfall-Versorgung: Rasche Intervention verringert Sterblichkeit
Im Jahr 2005 standen in Deutschland insgesamt 603 so genannte Linksherzkatheter-Messplätze für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Das waren gut vier Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings, so Bruckenberger, könne nicht von einer homogenen Versorgungsstruktur gesprochen werden. Je nach Region unterscheiden sich die Überlebenschancen von Patienten mit akutem Herzinfarkt. Die meisten Plätze zur Behandlugn des akuten Herzversagens gebe es in Hamburg, Bremen, dem Saarland und Berlin. Die wenigsten Plätze würden in Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern existieren.
Positiv fiel die schnelle Notfall-Versorgung auf. "Besonders in der Notfall-Versorgung konnte in den vergangenen Jahren international wiederholt belegt werden, dass eine möglichst rasche Versorgung zu einer Reduktion der Sterblichkeit der Patienten führt", erklärt Bruckenberger.
Besonders erfreulich: Rückgang bei Krankheitskosten
Trotz der steten Zunahme an Leistungen der Herzmedizin, die für Betroffene zu einem deutlichen Gewinn an Lebensjahren und Lebensqualität führen, steigen die Kosten für die Versorgung in einigen Bereichen der Kardiologie nicht oder nur geringfügig an, berichtet Bruckenberger. "Von 2002 bis 2004 haben die Krankheitskosten, entgegen dem bei anderen Krankheitsbildern anders verlaufenden Trend, für die ischämischen Herzkrankheiten um 5,5 Prozent und für die angeborenen Herzfehler um 3,2 Prozent abgenommen." Bei der Herzinsuffizienz kam es zu einem geringfügigen Anstieg von 0,9 Prozent.