Mit Blutdruck hatte Peter Viktorin schon immer zu tun. Der 64-jährige Münchner ist Apotheker. Regelmäßig lassen sich Kunden bei ihm den Blutdruck messen, hinten links in seiner Offizin, an einem kleinen Tisch. "Falls mir die Werte nicht gefallen, schicke ich den Betroffenen zum Arzt", erzählt der gebürtige Ungar.
Eine gute Empfehlung. Der Heilberufler weiß, wie tückisch Bluthochdruck ist. Man spürt ihn zunächst nicht, fühlt sich gesund. Doch im Inneren der Arterien bahnt sich Ungemach an. Ohne Behandlung kann die Störung zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen, zum Beispiel Schlaganfall, Herzinfarkt oder schweren Nierenschäden.
Viktorin klärt deswegen nicht nur Betroffene auf, sondern sorgt auch selbst vor. Jede Woche Sport! Nicht viel, aber doch ausreichend. Mal läuft er den Trimm-dich-Pfad im Perlacher Forst, mal macht er Konditionsgymnastik. Auch Nordic Walking und Schwimmen im Olympiabad stehen auf dem Programm. Ein Gesundheitsberater, der seiner Kundschaft vorlebt, wie man es richtig macht.
24-Stunden-Messung brachte Klarheit
Seine Blutdruckprobleme verhindern konnte er dadurch nicht. Es begann im vergangenen Jahr: Auf einmal maß Peter Viktorin bei sich erhöhte Werte. Den Rat an seine Kunden befolgte er nun selbst und suchte medizinische Hilfe auf.
Eine 24-Stunden-Messung bestätigte den Befund: Vor allem der niedrigere Wert - diastolischer Blutdruck genannt - lag an der Grenze. "Ich war richtig sauer auf meinen Körper", schildert der Apotheker, der doch eigentlich alles getan hatte, um fit und gesund zu bleiben. Jetzt gehörte auch er zu den etwa 20 bis 30 Millionen Bundesbürgern, die an Bluthochdruck leiden. Die Zahl ist deswegen so ungenau, weil viele Betroffene nichts von ihrer Krankheit wissen.
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