Präbiotika können offensichtlich helfen, das Ausbrechen von Neurodermitis bei Kindern mit hohem Risiko dafür zu verhindern. In der Muttermilch sind solche
Präbiotika, lange Zuckerketten zumeist, automatisch enthalten. Ihnen wird eine Schutzwirkung vor
Allergien zugesprochen, weil sie verschiedene Bakterien im
Darm stimulieren, die die Entwicklung des körpereigenen Abwehrsystems vorantreiben. Forscher entwickelten jetzt eine Säuglingsnahrung, die den präbiotischen Schutz der Muttermilch imitiert.
Für eine Studie in den "Archives of Disease in Childhood" suchten die Wissenschaftler Eltern, die selbst unter Neurodermitis,
Heuschnupfen oder
Asthma litten und ein Baby erwarteten. Zunächst sollten alle Kinder gestillt werden. Die Kinder, die nicht oder nicht mehr gestillt werden konnten, wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: 102 von ihnen bekamen die präbiotisch veränderte Säuglingsnahrung, 104 normalen Babybrei. Bis zum Alter von sechs Monaten wurden die Kinder monatlich kontrolliert, die Eltern führten ein Symptomtagebuch.
Nach sechs Monaten hatten zehn Kinder Neurodermitis entwickelt, die mit dem präbiotisch veränderten Babybrei gefüttert wurden. Von den normal gefütterten waren es mehr als doppelt so viele: 24 Kinder zeigten Neurodermitis-Symptome. Stuhltests zeigten bei den präbiotisch gefütterten Kinder mehr hilfreiche Darmbakterien als bei den normal gefütterten. Ob und wann die präbiotisch veränderte Säuglingsnahrung auf dem Markt verfügbar sein wird, ist noch unklar. Die aktuelle Studie wurde unter anderem von Mitarbeitern eines Herstellers für Säuglingsnahrung durchgeführt, es muss abgewartet werden, ob unabhängige Arbeiten die Ergebnisse bestätigen.