Kinder in Deutschland trinken zu wenig - und wenn, dann meistens das Falsche: Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund haben die Trinkgewohnheiten von 244 Kindern und Jugendlichen mehrere Jahre lang untersucht. Grundlegende
Erkenntnis: Je mehr zuckerhaltige Limonaden und Fruchtsäfte konsumiert wurden, desto häufiger war - vor allem bei Mädchen - das Körpergewicht erhöht. Das FKE rät deshalb, statt zuckerhaltiger Getränke lieber Wasser zu trinken und Obst eher in fester Form zu sich zu nehmen.
Mit der Aktion "Trinkfit - mach mit" will der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin Schulkinder zum richtigen Trinken anleiten. "Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel", erklärt BDEW-Vorstandsmitglied Jörg Simon. "Es steht immer in hervorragender Qualität und beliebiger Menge zur Verfügung."
Doch wie kann man Kindern Laune auf das geschmacksneutrale Getränk machen? Wie eine aktuelle FKE-Studie mit 3000 Grundschülern aus Dortmund und Essen beweist, hilft ein einfacher Trick: Kinder greifen häufiger zum kalorienfreien Durstlöscher, wenn er nicht aus der Leitung, sondern aus dem Trinkwasserspender kommt. Mit dem Erfolg, dass innerhalb eines Schuljahrs deutlich weniger Kinder übergewichtig wurden als in Schulen ohne Wasserspender.
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Auch das Wasser aus dem Spender kommt letzten Endes aus der Leitung - und das ist Experten zufolge völlig in Ordnung. "In Deutschland ist Trinkwasser das am besten kontrollierte Lebensmittel", sagt Professor Rudolf Huth von der Fakultät Umweltsicherung an der Fachhochschule Weihenstephan. "Man kann es bedenkenlos trinken."
Fast alle Gerichte oder Getränke werden mit Trinkwasser zubereitet oder hergestellt. Die gesetzlichen Anforderungen sind entsprechend hoch: Laut Trinkwasserverordnung muss es farblos, klar und geruchlos sein - und natürlich frei von Krankheitserregern sowie chemischen Substanzen in gesundheitsschädlichen Konzentrationen.
Trotz dieser hohen Ansprüche an seine Qualität ist Trinkwasser in Deutschland ausgesprochen preiswert: Ein Kubikmeter kostet durchschnittlich 1,81 Euro - ein Liter ist somit für den Bruchteil eines Cents zu haben. Auch wenn für die entnommene Menge noch Abwassergebühren fällig werden, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis angesichts des Aufwands, den die Wasserversorgungsunternehmen bei der Gewinnung, Aufbereitung und Qualitätskontrolle treiben müssen, ausgesprochen günstig. "Die Grenzwerte für Nitrat, Schwermetalle, Pestizide und organische Verbindungen müssen strikt eingehalten werden", betont Umweltanalytiker Huth. "Meistens werden sie weit unterschritten."
Apothekerin Barbara Kandler-Schmitt, Apotheken Umschau / GesundheitPro; 20.05.2008