Immuntherapien gegen Allergien erzielen heute bei etwa 80 Prozent aller behandelten Erwachsenen einen dauerhaften Erfolg. Bei Kindern sei die Wirkung sogar noch größer, sagte der Wiener Allergologe Zsolt Szépfalusi auf dem Kongress der Europäischen Akademie für Allergologie und klinische Immunologie in Wien. «Sie reagieren offenbar besser, weil ihr eigenes Immunsystem noch nicht ausgereizt ist», erläuterte der Experte. Von einer «Heilung» der Allergien könne man allerdings heute noch nicht sprechen, betonte Szépfalusi.
Gegen Insektenallergien vorgehen
Die besten Behandlungserfolge erzielen Allergologen nach Angaben Szépfalusis heute mit etwa 95 Prozent bei der Immuntherapie gegen Insektengift-Allergien, die zu den gefährlichsten allergischen Erkrankungen zählen. Zu schwer wiegenden oder gar lebensbedrohlichen Symptomen nach Insektenstichen könne es bei bis zu 5 Prozent der Bevölkerung kommen, hieß es auf dem Kongress. Leider werde diese Form der Allergie «trotz der nachweislich guten Verträglichkeit und Wirksamkeit der spezifischen Immuntherapie immer noch zu selten behandelt», beklagte die Allergologin Franziska Rueff von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nur rund 20 Prozent der Betroffenen unterziehen sich einer Immuntherapie,früher auch Hyposensibilisierung genannt.
Je jünger der Patient, desto größer die Erfolgschancen
Insektengiftallergien werden durch die Überreaktion des Immunsystems meist auf einen Wespen- oder Bienenstich hervorgerufen. Eines der Probleme bei der Verbreitung der Therapie sei die Art der Behandlung durch monatlich nötige Injektionen. Auch in diesem Fall sei die Behandlung bereits im Kindesalter besonders Erfolg versprechend.
dpa/ GesundheitPro; 13.06.2006
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