"Die Anzahl der Pollen hat in diesem Jahr deutlich zugenommen", sagte Torsen Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung. Ursache sei der lange und kalte Winter. Die Pflanzen versuchten nun, sich schnell und intensiv zu vermehren - und bildeten dabei besonders viele Pollen.
Bei Allergikern lösen die Eiweiße in den Pollen unter anderem Heuschnupfen aus. In Deutschland sind es rund 16 Prozent der Bevölkerung. Symptome sind unter anderem Augenjucken, Niesreiz und Husten. Die Beschwerden können sich mit der Zeit verstärken und zu chronischem Asthma führen.
Regen verstärkt Allergien
"Nach dem ungewöhnlich harten Winter versuchen die Bäume jetzt, ihr Wachstum zu beschleunigen und bilden dafür massiv Pollen nach", erklärte Zuberbier.
Die Belastung für Allergiker stieg durch den Regen in den vergangenen Wochen allerdings noch weiter an. "Mit dem Regen sinken die Pollen zwar kurzfristig zum Boden, aber am Anfang eines Schauers werden die Pollen durch die Tropfen aufgebrochen und setzen so die im Inneren enthaltenen Allergene frei."
Auch Gräser haben sich prächtig entwickelt
Bisher flogen vor allem Pollen von frühblühenden Bäumen wie Birken durch die Luft. Das wird sich aber schon bald ändern. Dann werden Gräserpollen umherfliegen. "Wie stark die Belastung durch die Gräserpollen sein wird, kann niemand mit Sicherheit sagen", sagte Zuberbier. Der Regen habe den Pflanzen in den vergangenen Wochen aber optimale Wachstumsbedingungen geboten. "Daher kann man annehmen, dass sich auch die Gräser prächtig entwickelt haben."