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MyPIN Spezial: Narben
Wie und warum entstehen Narben?
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Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Entstehung von Narben kann man nicht vollständig verhindern - außer, man verletzt sich eben nicht. Wo eine Narbe ist, da ist Gewebe »untergegangen«, also zerstört worden. Das kann viele Ursachen haben.

Die Verletzung

Den berühmten »Schnitt in den Finger« bei Küchenarbeiten oder das Hautabschürfen bei einem kleinen Unfall kennt wohl jeder aus seinem Alltag. Aber auch Entzündungen, wie zum Beispiel durch Akne, können Hautgewebe schädigen. Ebenso können Stichverletzungen, Bißwunden, Quetschungen oder auch Verbrennungen vorkommen. Aus jeder Verletzung kann eine Narbe werden, denn der Körper versucht immer mittels seines Selbstheilungsmechanismus, die Wunde zu schließen.


Gezielte Schritte zur Reparatur

Eine offene Hautwunde ist für den Körper »gefährlich«, denn es können Schmutz oder Krankheitserreger eindringen und in den Kreislauf gelagen. Daher wird eine Hautwunde, wenn sie tief genug ist, also nicht nur die Oberhaut betrifft, sofort mit einem Blutgerinnsel verschlossen. Danach füllt der Körper das entstandene »Loch in der Hülle« mit Bindegewebe auf.


Narbengewebe ist anders

Im Gegensatz zur gesunden Haut werden im Narbengewebe keine Melanozyten angelegt. Es werden auch keine Talg- oder Schweißdrüsen oder Haare eingelagert. Bei Ihrer Entstehung ist eine Narbe zunächst rötlich und wird später heller, weil sich das Bindegewebe strafft und die Durchblutung zurück geht. Da in dem Narbengewebe keine Farbpigmente gebildet werden, bleibt diese Region weiss. Das Narbengewebe hat außerdem weniger elastische Fasern als die gesunde Haut und enthält weniger Wasser. Es kann zu Verhärtungen und Schrumpfungen kommen. Dadurch sinkt die Narbe ein Stück weit ein. Solche Narben können, je nach Größe und Position, auch zu Bewegungseinschränkngen führen oder zu unangenehmen Hautspannungen. Wichtig für die Narbenbehandlung ist dabei, dass es bis zu zwanzig Jahre lang noch Veränderungen im Narbengewebe geben kann.


Narbentypen

Bei glatten Wundrändern, die möglichst unmittelbar nach ihrer Entstehung versorgt und zusammengeschoben wurden, enstehen in der Regel kaum sichtbare Narben. Dieser Idealfall tritt allerdings nicht immer ein. Man unterscheidet

  • Atrophe Narben
    Dies ist eingesunkenes Narbengewebe, die Narbe liegt dann unter dem Hautniveau. Das passiert, wenn eine Wunde schlecht heilt oder auch immer wieder aufgekratzt wird. Die gebildeten neuen Bindegewebsfasern reichen dann nicht aus, um die Lücke aufzufüllen.

  • Hypertrophe Narben
    So werden Narben genannt, die rot und wulstig über dem Hautniveau stehen. Direkt nach der Verletzung, im Anfangsstadium der Narbenbildung, sieht das Gewebe in der Regel so aus. Zu einer hypertrophen Narbe kann es auch durch eine Infektion kommen oder wenn die Wunde nicht geschont wird.

  • Narbenkeloid
    Die Neigung zu Narbenkeloiden kann vererbt werden. Es handelt sich dabei um eine Überproduktion von Bindegewebsfasern, die über den Wundbereich hinaus in das gesunde Gewebe wuchern.



Diese kurze Abhandlung kann Ihnen nur einen ungefähren Überblick über das Thema Narben geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch kann und will diese Spezialrubrik einen Fachmann nicht ersetzen. Bitte beachtenSie daher: Sollte es zu Problemen mit Narben kommen, ist immer zu empfehlen, einen Arzt oder Apotheker um Rat zu fragen!


Letzte Aktualisierung: Juli 2008
Quelle: narbeninfo.de (Firma Merz)


Bitte lesen Sie zu diesem Thema auch:
Firma Merz Pharma: Narben und Narbenbehandlung