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Beruf: Doping im Büro ist nicht ungewöhnlich
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Berufsstress
Der tägliche Stress am Arbeitsplatz lässt immer mehr Menschen zu Aufputschmitteln greifen.

 

Wer glaubt, dass nur Sportler dopen, irrt. Doping gibt es auch am Arbeitsplatz. Das zeigt eine repräsentative Studie der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK). Die Krankenkasse hatte für ihren »Gesundheitsreport« rund 3000 Arbeitnehmer im Alter von zwanzig bis fünfzig Jahren befragt.

»Ein bis zwei Prozent der Erwerbstätigen nehmen gezielt Medikamente ein, um ihre Performance zu verbessern . das entspricht 400 000 bis 800 000 Menschen«, sagt Frank Meiners, Sprecher der DAK in Hamburg. Durch den täglichen Stress im Büro und den permanenten Leistungsdruck greifen immer mehr Menschen zu Pillen, um den Belastungen stand zu halten oder ihre Leistungen gar noch zu steigern.

Für Jörg Feldmann, Sprecher der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund ist diese Entwicklung nicht verwunderlich. Da heutzutage in der Arbeitswelt nur noch Erfolg zähle, werde eben »nachgeholfen, entweder, um Symptome zu überdecken oder sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen«, so Feldmann.

Und immer mehr Beschäftigte akzeptieren Doping im Büro. 20 Prozent der Studienteilnehmer finden es in Ordnung, Stimmungsaufheller zu nehmen, um den Anforderungen des Berufs besser gewachsen zu sein. Alarmierend ist jedoch, dass die Gefahren dieser Medikamente vielen nicht bewusst zu sein scheinen. So gaben zwei von zehn Befragten an, dass die Risiken im Vergleich zum Nutzen durchaus vertretbar seien.

Rüdiger Holzbach, Chefarzt der Abteilung Suchtmedizin in den LWL-Kliniken Warstein und Lippstadt warnt jedoch: »Alles hat seinen Preis . man kann einen Körper nur eine gewisse Zeit überfordern«. Wer sich beispielsweise mit Amphetaminen aufputscht, um nicht zu schlafen, wird sich nach ein paar Tagen körperlich und psychisch sehr schlecht fühlen.

Wie schnell jemand von den Pillen abhängig wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ist es bei den Kollegen im Büro üblich, bei Stress zur Pillendose zu greifen, so ist die Hemmschwelle niedriger und die Gefahr, süchtig zu werden, größer. Von Bedeutung ist auch, ob man regelmäßig etwas nimmt oder nur ab und zu. Laut Holzbach aber machten Schlaf- und Beruhigungsmittel grudsätzlich schneller abhängig als andere Medikamente. »Der echte Doper ist der, der für jedes Problem die richtige Substanz hat«, so der Mediziner.

Und diese Substanzen sind ausschließlich in verschreibungspflichtigen Medikamenten enthalten. So wird zum Beispiel der Wirkstoff Piracetam zur Behandlung von Demenz eingesetzt, der Wirkstoff Methylphenidat zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit bei ADHS und die Wirkstoffe Modafinil und Fluoxetin helfen bei Depressionen.

Die Studie zeigt auch, dass Männer und Frauen unterschiedlich dopen: »Männer neigen eher zu aufputschenden und konzentrationsfördernden Präparaten, Frauen bevorzugen beruhigende Mittel gegen depressive Verstimmungen oder Ängste«, so Meiners. Männer möchten sich eher von der Konkurrenz absetzen und noch mehr leisten, während Frauen vielmehr ihre Befindlichkeit verbessern wollen.

Vanessa von Blumenstein / dpa / GesundheitPro; 22.06.2009






 
 
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